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Kernspin ArtikelDer Kernspin gibt den Gesamtdrehimpuls eines Atomkerns an. Behandlungen des Kernspins sind wichtig zu dem Verständnis des Aufbaus von Atomkernen. Vor allem aber werden sie zur chemischen Analyse und für medizinische Behandlungen eingesetzt.
Der Kernspin wird durch den Spin der Kernbausteine (Neutronen und Protonen mit jeweils Spin 1/2) und deren Bahndrehimpuls bestimmt. Da der Bahndrehimpuls stets ganzzahlig ist, gilt: Der Kernspin ist ganzzahlig, wenn die Zahl der Kernbausteine insgesamt gerade ist, sonst halbzahlig. Kerne mit gerader Neutronen- und gerader Protonenzahl haben einen Kernspin von 0, da sich die Neutronen bzw. Protonen anscheinend jeweils zu Paaren mit antiparallelem Spin ausrichten. Dieses gilt nicht für Kerne mit ungerader Neutronen- und Protonenzahl, da sich das jeweils verbleibende partnerlose Neutron und Proton in voneinander unabhängigen Schalen befinden.
Beim Kernspin handelt es sich nicht um einen Spin in dem engeren Sinne, da der Atomkern gemäß dem Standardmodell anders als z.B. das Elektron eine innere Struktur besitzt. Die Folge ist, dass das magnetische Moment sogar antiparallel zu dem Spin ausgerichtet sein kann, etwa beim Isotop 17O. Eine ähnliche Diskrepanz gibt es auch beim Neutron, das ein magnetisches Moment besitzt, obwohl es elektrisch neutral ist.
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Die Magnetresonanztomografie oder Kernspintomographie nutzt den Umstand aus, dass in dem äußeren Magnetfeld die Energie des Kerns davon abhängt, ob der Spin (und das damit verbundene magnetische Moment) parallel oder antiparallel zu diesem Feld ausgerichtet ist. Bei Magnetfeldern von 5 Tesla ergibt sich dadurch eine Aufspaltung der Energieniveaus des Grundzustands des Kerns in der Größenordnung von 10-25 J, entsprechend einer Photonenfrequenz in der Größenordnung von 100 MHz. Entsprechende Strahlung kann von den Atomkernen absorbiert werden. Ohne die Kernspinresonanz wird Strahlung von dieser Frequenz in dem Probenmaterial ca. kleinfügig absorbiert.
Kernspintomographen in dem medizinischen Einsatz messen zumeist die Verteilung von Wasserstoff-Atomkernen (Protonen) in dem Körper. Anders als beim Röntgen können damit Veränderungen in dem Gewebe zumeist gut sichtbar gemacht werden. Um dreidimensionale Schnittbilder zu ermöglichen, werden inhomogene Magnetfelder benutzt, so dass jeweils ca. in einem kleinen Teil des aufgenommenen Gewebes die Resonanzbedingung erfüllt ist.
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Bei der chemischen Strukturanalyse per Kernspinresonanz werden hingegen die Effekte beobachtet, die die umgebenden Elektronen und benachbarten Atome auf den Kernspin haben. Beispielsweise können freie Elektronen in der Nähe ein zusätzliches Magnetfeld erzeugen, das das äußere Feld entsprechend verstärkt oder abschwächt. Dadurch verschieben sich die Frequenzen, bei denen die Resonanzbedingung erfüllt ist.
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